Vom Startup zum Scale-up: Wann ist der richtige Zeitpunkt, die Finanzfunktion auszulagern?
Vom Startup zum Scale-up: Wann ist der richtige Zeitpunkt, die Finanzfunktion auszulagern?
Übersicht
Es gibt einen Moment, den die meisten Gründer erst im Nachhinein erkennen: den Zeitpunkt, an dem die Finanzierungsvereinbarungen, die bei zehn Mitarbeitern einwandfrei funktionierten, plötzlich nicht mehr ausreichten. Das Problem ist, dass dieser Moment meist erst im Nachhinein sichtbar wird, wenn etwas schiefgelaufen ist oder das System sichtbar an seine Grenzen stößt.
Diesen Wendepunkt im Voraus zu erkennen, solange noch Raum für Planung statt Reaktion besteht, ist eine der wertvollsten Maßnahmen, die ein Gründer für sein Unternehmen ergreifen kann.
In der Anfangsphase reicht in der Regel ein Buchhalter oder ein Teilzeit-Buchhalter aus.
Für die meisten Startups ist die anfängliche Finanzstruktur unkompliziert. Eine Buchhalterin in Teilzeit erledigt die laufenden Buchungen. Ein externer Steuerberater erstellt den Jahresabschluss. Die Umsatzsteuererklärungen werden fristgerecht eingereicht. Das System ist einfach, weil das Geschäftsmodell einfach ist.
Das funktioniert so lange, bis es nicht mehr funktioniert. Der Wendepunkt ist meist kein einzelner Moment. Es ist vielmehr eine allmähliche Zunahme der Komplexität, mit der die bestehende Struktur nicht mehr Schritt halten kann.
Anzeichen dafür, dass die aktuelle Konstellation ihren Zenit überschritten hat
Es gibt einige verlässliche Indikatoren dafür, dass ein wachsendes Unternehmen sein ursprüngliches Finanzierungsmodell überholt hat. Die Managementberichte erscheinen regelmäßig verspätet oder fehlen ganz. Der Monatsabschluss dauert Wochen statt Tage. Der Gründer oder CEO verbringt viel Zeit mit Finanzfragen, die eigentlich nicht seine Aufmerksamkeit erfordern. Die Steuererklärungen werden immer komplexer und es treten Fehler auf. Es gibt keine verlässliche Prognose für den Cashflow über die nächsten Wochen hinaus.
Jedes dieser Anzeichen ist ein Warnsignal. Treten mehrere gleichzeitig auf, ist dies ein Signal zum Handeln.
Der Kipppunkt für die Skalierung
Mit dem Wachstum eines Unternehmens, oft deutlich bevor es zwanzig, dreißig oder fünfzig Mitarbeiter erreicht, muss sich in der Regel auch der Finanzbereich weiterentwickeln. Es gibt keine einheitliche formale Schwelle, doch die Komplexität steigt tendenziell schneller als von den Gründern erwartet. Die Lohn- und Gehaltsabrechnung wird komplexer. Bei Geschäftstätigkeit in mehreren Märkten können konzerninterne Transaktionen anfallen. Die Berichtspflichten gegenüber Investoren, Banken oder Aufsichtsräten werden anspruchsvoller. Das Unternehmen kann gleichzeitig in den Niederlanden und Dänemark tätig werden, was grenzüberschreitende Aspekte wie Mehrwertsteuer, Lohn- und Gehaltsabrechnung, arbeitsrechtliche Bestimmungen, potenzielle Betriebsstättenrisiken und – bei verbundenen Unternehmen oder konzerninternen Verrechnungen – Verrechnungspreise mit sich bringt.
In dieser Phase verschiebt sich die Frage von der Frage, ob finanzielle Unterstützung benötigt wird, hin zu der Frage, welche Art von finanzieller Unterstützung am besten zum Unternehmen passt. Der Aufbau eines komplett internen Teams ist eine Möglichkeit.
Warum Outsourcing in dieser Phase oft die Oberhand gewinnt
Das Argument der Flexibilität ist besonders relevant für Unternehmen, die in neue Märkte expandieren. Ein Anbieter mit Kenntnissen im niederländischen und dänischen Steuer- und Arbeitsrecht ist hilfreicher als zwei separate lokale Mitarbeiter, insbesondere in der Anfangsphase des Markteintritts, wenn das Auftragsvolumen noch keine Vollzeitbeschäftigten rechtfertigt.
Die praktische Frage
Wenn Sie als Gründer kurz vor der Wachstumsphase stehen und Ihre aktuelle Finanzstruktur aus ein oder zwei Teilzeitkräften besteht, die administrative Aufgaben übernehmen, anstatt strategische Beratung zu leisten, sollten Sie sich fragen, ob dieses Modell in zwölf Monaten noch tragfähig sein wird. Lautet die ehrliche Antwort „Nein“, ist jetzt der beste Zeitpunkt für eine Änderung, solange der Übergang noch geplant und nicht erzwungen ist.
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